Ob zur Erzeugung eines Marketingeffekts zur Gewinnung und Ansprache von Verbrauchern oder zur Ausstattung von Etiketten und Verpackungen mit spezifischen Funktionen – Spezialfarben bieten vielfältige Möglichkeiten zur Differenzierung.

Phosphoreszierende Farben

Werden phosphoreszierende Farben einer Lichtquelle (natürlich oder künstlich) ausgesetzt, speichern sie Energie und geben diese wieder ab, sobald sich die Etiketten im Dunkeln befinden. Für eine optimale Wirkung empfiehlt sich der Druck im Siebdruckverfahren.

Die Farbpalette ist relativ begrenzt und umfasst hauptsächlich weißliche Töne mit grünlichem oder fluoreszierend gelbem Einschlag.

Je nach aufgetragener Farbmenge und Qualität der verwendeten Pigmente variiert die Nachleuchtdauer (auch Remanenz genannt) von wenigen Minuten bei Standardanwendungen bis zu mehreren Stunden bei sicherheitsrelevanten Anwendungen (Transport, Sicherheitskennzeichnung usw.).

Fluoreszierende Farben

Durch UV-Licht des Tageslichts oder durch spezielle Lichtquellen (UV-Röhren oder Schwarzlicht) angeregt, erzeugen fluoreszierende Farben einen intensiven Leuchteffekt auf dem bedruckten Substrat.

Trotz ihres starken visuellen Effekts weisen fluoreszierende Farben zwei wesentliche Nachteile auf:
Sie sind während des Druckprozesses (wasserbasierter Flexodruck oder UV-Flexodruck) schwer zu trocknen, und ihre Lichtechtheit ist sehr gering. Diese Eigenschaft gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn Etiketten über längere Zeit natürlichem oder künstlichem Licht ausgesetzt sind.

Thermochrome Farben

Thermochrome Farben stehen zwischen Effekt- und Funktionsfarben und zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Farbe temperaturabhängig verändern. Es gibt zwei Arten thermochromer Farben:

Reversible thermochrome Farben

Reversible thermochrome Farben wechseln ihren Zustand je nach Temperaturveränderung (bei Erwärmung oder Abkühlung).

Wichtig: Reversible thermochrome Farben wechseln bei steigender Temperatur stets von farbig zu farblos, während irreversible thermochrome Farben von farblos zu farbig wechseln. Reversible Systeme sind ausschließlich für hohe (>60 °C) und sehr hohe Temperaturen (>100 °C) verfügbar.

Sie ermöglichen es beispielsweise, die ideale Trinktemperatur (Erfrischungsgetränke, Schaumweine usw.) anzuzeigen oder auf eine zu hohe Temperatur hinzuweisen, um Verbrennungen zu vermeiden (Mikrowellen-Enthaarungswachs, Heißgetränke, Badewasser für Babys usw.).

Irreversible thermochrome Farben

Irreversible thermochrome Farben verändern ihre Farbe dauerhaft, sobald ein definierter Temperaturschwellenwert überschritten wird.

Sie zeigen an, dass ein Produkt einer unzulässigen Temperatur ausgesetzt war (technische Geräte, Arzneimittel usw.) und können ebenfalls im Bereich des Fälschungsschutzes eingesetzt werden.

Eine reversible thermochrome Farbe kann ihre Farbe verändern oder eine Botschaft sichtbar machen, wenn ein Fälscher versucht, ein Etikett mit einem Heißluftgerät zu lösen oder eine Verpackung zu öffnen.

Thermochrome Farben können im Flexodruck verarbeitet werden, jedoch wird für eine optimale Wirkung der Siebdruck empfohlen – insbesondere dann, wenn ein Text durch Farbveränderung sichtbar werden soll.

Die Genauigkeit liegt je nach Anbieter und Referenz bei +/- 1,5 °C bis +/- 2 °C.

Die verfügbare Farbpalette ist relativ eingeschränkt, um nicht zu sagen schlicht. Es dominieren Blautöne, Rottöne, Grüntöne, Schwarz oder Violett; ein spezifischer Pantone-Farbton ist nur schwer zu realisieren.

Rubbelfarben

Rubbelfarben sind seit vielen Jahren im Einsatz und dienen sowohl Marketingaktionen als auch sicherheitsorientierten Anwendungen, insbesondere zur Abdeckung personenbezogener Daten oder Identifikationscodes.

Sie können im wasserbasierten Flexodruck, UV-Flexodruck, UV-Siebdruck oder im Offsetdruck (UV oder konventionell) verarbeitet werden.

Wenn Texte, 2D-Codes oder QR-Codes abgedeckt werden sollen, wird der Siebdruck dringend empfohlen, um eine Lesbarkeit bei Streiflicht zu vermeiden.

Die Farbpalette ist begrenzt und umfasst hauptsächlich Gold, Silber oder Bronze.

Sterilisationsindikatorfarben

Es gibt ebenso viele Sterilisationsfarben wie Sterilisationsverfahren:

  • Dampfsterilisation (Autoklav)

  • Sterilisation mit Ethylenoxid

  • Gamma-Bestrahlung

  • Sterilisation mit Wasserstoffperoxid

Sterilisationsfarben zeigen an, dass eine Verpackung, ein Instrument oder ein Medizinprodukt einen vollständigen Sterilisationsprozess durchlaufen hat.

Für jede Art von Farbe stehen in der Regel mehrere Farbtöne zur Verfügung. Klassisch sind Farbwechsel von Rosa zu Braun bei der Dampfsterilisation oder von Blau zu Braun bei der Ethylenoxid-Sterilisation.

Diese Farben werden nahezu ausschließlich im wasserbasierten Flexodruck verarbeitet. Die Farbauftragsmenge ist in der Regel hoch, um eine eindeutige und unmissverständliche Interpretation des Ergebnisses zu gewährleisten.

Duftfarben

Genauer gesagt handelt es sich meist um Duftlacke, da diese Farben überwiegend transparent oder transluzent sind.

Sie sind hauptsächlich für den wasserbasierten Flexodruck oder den konventionellen Offsetdruck verfügbar und bestehen aus Lacken, die mit mikroverkapselten ätherischen Ölen versetzt sind.

Durch Reiben oder Kratzen mit dem Fingernagel brechen die Mikrokapseln auf und setzen den eingeschlossenen Duft frei. Der Duft verbreitet sich nicht spontan, sondern erfordert eine mechanische Einwirkung.

Nahezu alle Duftstoffe können mikroverkapselt werden: Vanille, Schokolade, Kaffee, Honig, Orange, Minze, Rose, Lavendel, Jasmin, Monoï, Thymian, Rosmarin, Tomate, Ananas, Curry, Gewürze usw.

Duftfarben ermöglichen es, Verpackungen mit einem kleinen Etikett auszustatten, das den Duft des enthaltenen Produkts kapselt (Raumdüfte, Auto-Lufterfrischer usw.) und Manipulationen durch Verbraucher verhindert.

Sicherheitsfarben

Zur Bekämpfung von Produktfälschungen stehen verschiedene technische Lösungen zur Verfügung, darunter irisierende Farben oder Anti-Kopier-Farben. Sie werden überwiegend auf Bankdokumenten oder Wertdokumenten eingesetzt (Urlaubsgutscheine, Essensgutscheine, Geschenkgutscheine usw.).

Seit etwa zehn Jahren kommen zudem leitfähige Farben zum Einsatz, um spezifische RFID-Antennen zu drucken, wenn besondere Platzanforderungen bestehen oder wenn herkömmliche RFID-Antennen ein bestimmtes Signal nicht erfassen können.

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